Fährreisen für alle: Barrierefreiheit von der Buchung bis zur Ankunft

Eine wirklich barrierefreie Reise hängt nicht nur von einer einzelnen Dienstleistung oder Einrichtung ab. Entscheidend ist vielmehr ein reibungsloses und durchgängiges Reiseerlebnis in jeder Phase – von der Suche nach der passenden Fährverbindung und der Buchung über die Ankunft im Hafen, den Check-in und das Boarding bis hin zum Aufenthalt an Bord, der Ausschiffung und dem Erreichen des endgültigen Reiseziels.

Verständliche Informationen, einfach zu bedienende digitale Anwendungen, barrierefreie Wege, geeignete Einrichtungen und gut geschultes Personal können dabei einen entscheidenden Unterschied machen. Barrierefreiheit bedeutet nicht nur, Rampen, Aufzüge oder entsprechend ausgestattete Kabinen bereitzustellen. Sie bedeutet vielmehr, Reisenden die Planung ihrer Fahrt zu erleichtern, eine sichere Fortbewegung zu ermöglichen und ihnen ein möglichst selbstständiges und unbeschwertes Reisen zu ermöglichen.

Barrierefreiheit betrifft dabei nicht ausschließlich Menschen mit dauerhaften Behinderungen. Auch Reisende mit vorübergehenden Mobilitätseinschränkungen, ältere Menschen, Schwangere, Personen mit Mobilitätshilfen oder medizinischen Geräten sowie alle, für die bestimmte Dienstleistungen aufgrund individueller Bedürfnisse schwer zugänglich sind, können davon profitieren. Auch die europäische Gesetzgebung erkennt an, dass barrierefreie Dienstleistungen Menschen mit vorübergehenden oder altersbedingten funktionellen Einschränkungen konkrete Vorteile bieten können.

Barrierefreiheit beginnt bei der Buchung

Eine barrierefreie Reise beginnt lange vor der Ankunft im Hafen. Sie beginnt bereits bei der Suche nach einer Verbindung, beim Vergleich der Abfahrtszeiten und bei der Auswahl der Fähre, die den eigenen Bedürfnissen am besten entspricht.

Das Buchungssystem von Mr Ferry wurde entwickelt, um diesen Prozess schnell, übersichtlich und praktisch zu gestalten. Reisende können verfügbare Abfahrten einsehen, verschiedene Reiseoptionen vergleichen und mit wenigen Schritten die wichtigsten Informationen für ihre Reise finden.

Ein klar aufgebauter Buchungsprozess und eine einfache Navigation können unnötige Schwierigkeiten vermeiden und die Planung einer Fährreise für möglichst viele Menschen erleichtern. Barrierefreiheit bedeutet daher auch, digitale Services anzubieten, die es von Anfang an so einfach wie möglich machen, die passende Fährverbindung zu finden und zu buchen.

Barrierefreiheit in Fährhäfen

Im Hafen können barrierefreie Einrichtungen und Unterstützungsangebote den Weg vom Terminal zur Fähre deutlich erleichtern. Stufenlose Wege, ausgewiesene Bereiche, Aufzüge, barrierefreie Parkplätze und Unterstützung beim Boarding tragen dazu bei, dass sich Reisende sicherer und komfortabler im Hafen bewegen können.

Mehrere europäische Häfen haben Barrierefreiheit inzwischen zu einem wichtigen Bestandteil des gesamten Passagiererlebnisses gemacht.

Der Hafen von Civitavecchia ist beispielsweise Teil des Projekts Porti senza Barriere, auf Deutsch „Häfen ohne Barrieren“. Über eine spezielle Plattform können Reisende bereits vor ihrer Ankunft Informationen zu barrierefreien Terminals, Toiletten, Parkplätzen und weiteren Einrichtungen abrufen. Die Plattform enthält Fotos, 360-Grad-Aufnahmen, Angaben zu den einzelnen Einrichtungen sowie Informationen zu den entsprechenden Zugangswegen. Darüber hinaus bietet der Hafen einen kostenlosen Shuttle-Service, zu dem mindestens ein speziell für die Beförderung von Menschen mit Behinderungen ausgestattetes Fahrzeug gehört.

Der Hafen von Helsinki bietet ein besonders umfassendes Angebot an barrierefreien Einrichtungen. Die Passagierterminals verfügen über stufenlose Eingänge, Aufzüge, Rampen, barrierefreie Toiletten, eine entsprechende Beschilderung, Parkplätze in unmittelbarer Nähe der Eingänge sowie deutlich gekennzeichnete Treffpunkte. Zusätzlich steht ein kostenloser Assistenzservice mit geschultem Personal zur Verfügung. Dieses kann Reisende beim Check-in, bei Sicherheitskontrollen, beim Boarding und bei der Ausschiffung begleiten und auch Unterstützung beim Gepäck, bei Mobilitätshilfen und bei Assistenzhunden leisten.

Auch im Hafen von Tallinn gibt es ausgewiesene Treffpunkte mit Telefonen, über die Unterstützung angefordert werden kann, sowie geeignete Transportmöglichkeiten, Aufzüge, Rolltreppen und barrierefreie Toiletten. Geschultes Hafenpersonal kann Reisende vom Assistenzpunkt im Terminal bis zum Informationsbereich an Bord begleiten und dieselbe Unterstützung auch bei der Ausschiffung bieten.

In Dover, einem der bedeutendsten Fährhäfen Europas, sind die Passagiereinrichtungen unter anderem mit Induktionsschleifen ausgestattet, die Durchsagen und Gespräche für Menschen mit Hörgeräten besser verständlich machen. Darüber hinaus gibt es barrierefreie Toiletten, rollstuhlgerechte Wege und Personal, das speziell für die Unterstützung gehörloser und schwerhöriger Passagiere geschult ist.

Diese Beispiele zeigen, dass ein barrierefreier Hafen weit mehr erfordert als lediglich eine Rampe. Dazu gehören auch frühzeitig verfügbare Informationen, eine einfache Orientierung im Terminal und eine angemessene Unterstützung vom Eintreffen im Hafen bis zum Boarding.

Barrierefreiheit an Bord

An Bord können barrierefreie Einrichtungen dazu beitragen, dass sich Reisende leichter auf der Fähre bewegen und die Überfahrt komfortabler und selbstständiger erleben können. Angepasste Kabinen, Aufzüge, barrierefreie Toiletten, spezielle Assistenzleistungen und die Unterstützung durch die Besatzung tragen zu einer sicheren und angenehmen Reise für Menschen mit Behinderungen oder eingeschränkter Mobilität bei.

Einige Fährgesellschaften haben darüber hinaus spezielle Angebote für Reisende mit sensorischen oder kognitiven Bedürfnissen sowie für Menschen mit nicht sichtbaren Behinderungen entwickelt.

Grimaldi Lines bietet beispielsweise taktile Leitsysteme, die zu wichtigen Bereichen des Schiffes führen, sowie Aufzüge mit beleuchteten Bedienelementen, akustischen Signalen und Funktionen, die insbesondere blinden und sehbehinderten Reisenden die Nutzung erleichtern.

Fred. Olsen Express verfügt über eine Zertifizierung für universelle Barrierefreiheit gemäß der Norm UNE 170001 und stellt außerdem Induktionsschleifen für Passagiere mit Hörgeräten zur Verfügung.

DFDS und Scandlines nehmen zudem am internationalen Programm Hidden Disabilities Sunflower teil. Reisende können ein Schlüsselband mit Sonnenblumensymbol tragen und damit diskret darauf hinweisen, dass sie möglicherweise mehr Zeit, Verständnis oder Unterstützung benötigen. Auf ausgewählten Strecken stellen die Unternehmen diese Schlüsselbänder kostenlos zur Verfügung und schulen sowohl das Hafen- als auch das Bordpersonal darin, das Symbol zu erkennen und angemessen Unterstützung anzubieten.

Ermäßigungen und Vergünstigungen für Reisende

Rabatte und Vergünstigungen unterscheiden sich je nach Fährgesellschaft. Menschen mit Behinderungen oder eingeschränkter Mobilität können jedoch je nach Anbieter Anspruch auf ermäßigte Tarife, besondere Konditionen für Begleitpersonen oder spezielle Leistungen bei Reisen mit einem Blinden- oder Assistenzhund haben.

Grimaldi Lines bietet beispielsweise Inhabern des Europäischen Behindertenausweises eine Ermäßigung. Bei Moby können Begleitpersonen unter bestimmten Voraussetzungen kostenlos reisen, zudem gibt es besondere Vergünstigungen für blinde und sehbehinderte Reisende. Vergleichbare Regelungen bieten auch Tallink Silja Line und in bestimmten Fällen DFDS. Liberty Lines stellt mit der Carta Blu ein spezielles Angebot für Menschen mit Behinderungen oder eingeschränkter Mobilität zur Verfügung.

Einige Fährgesellschaften bieten darüber hinaus besondere Vereinbarungen für Reisende, die aus medizinischen Gründen unterwegs sind. GNV sieht beispielsweise spezielle Konditionen für Patienten des Gaslini-Krankenhauses in Genua, des Kinderkrankenhauses Bambino Gesù in Rom und des Meyer-Kinderkrankenhauses in Florenz sowie für deren Begleitpersonen vor.

Voraussetzungen, erforderliche Unterlagen und die konkrete Anwendung dieser Vergünstigungen können je nach Fährgesellschaft und gewählter Strecke unterschiedlich sein. Daher empfiehlt es sich, die jeweiligen Bedingungen vor der Reise sorgfältig zu prüfen.

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