Long Weekends und neue Reisegewohnheiten: Der Urlaub verändert seinen Rhythmus

Früher stand der große Sommerurlaub im Mittelpunkt. Das Auto war bis auf den letzten Zentimeter vollgepackt, die Kinder saßen auf der Rückbank und die Fähre war schon Monate im Voraus gebucht. Man reiste einmal im Jahr, blieb dafür länger weg und kehrte erst zurück, wenn sich der Sommer langsam dem Ende zuneigte.

Diese Art zu reisen ist nicht verschwunden. Heute wird sie jedoch durch viele andere Urlaubsformen ergänzt: verlängerte Wochenenden, Reisen außerhalb der Hochsaison, Roadtrips, Wohnmobilurlaube und spontane Auszeiten, die oft erst kurz vor der Abreise geplant werden.

Ein Blick auf das Reiseverhalten in Europa – insbesondere in Italien, Frankreich und Deutschland – zeigt eine gemeinsame Entwicklung: Der Haupturlaub bleibt wichtig, fällt aber häufig kürzer aus. Gleichzeitig entstehen im Laufe des Jahres mehr Gelegenheiten für zusätzliche Reisen.

Mehr Reisen, kürzere Aufenthalte

In Deutschland hält sich der längere Haupturlaub, doch zusätzlich wird heute deutlich öfter verreist. Der Haupturlaub dauert weiterhin rund 13 Tage, und in dieser Hinsicht haben sich die Gewohnheiten vergleichsweise wenig verändert. Deutlich verändert hat sich dagegen, wie oft im Laufe des Jahres verreist wird.

2025 unternahmen 44 % der Deutschen mehrere Reisen im Jahr. Zehn Jahre zuvor waren es lediglich 15 %.

Das bedeutet: Der längere Urlaub wurde nicht unbedingt durch kürzere Aufenthalte ersetzt. Vielmehr kamen zusätzliche Reisen hinzu.

Auch in Italien ist diese Entwicklung deutlich zu erkennen.

Laut FutureForTourism, der kontinuierlichen Studie von Ipsos Doxa, plante kurz vor dem Sommer 2026 mehr als die Hälfte der Reisenden mindestens ein verlängertes Wochenende mit bis zu drei Übernachtungen. Gleichzeitig planten 39 % einen Aufenthalt von vier bis dreizehn Nächten, während nur 14 % einen Urlaub von mehr als zwei Wochen ins Auge fassten.

Dabei handelt es sich nicht unbedingt um unterschiedliche Reisegruppen: Viele Reisende kombinieren einen längeren Haupturlaub mit einem oder mehreren Kurztrips im selben Sommer.

Auch die Reisesaison weitet sich aus. 2026 nannten 45 % der Italiener den Juli als Reisemonat, 31 % den August und 21 % den September.

Urlaub konzentriert sich damit immer weniger auf einen einzigen Zeitraum.

Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich in Frankreich.

2026 sank die durchschnittlich geplante Dauer des französischen Sommerurlaubs von 2,1 auf 1,9 Wochen. Gleichzeitig planten 28 % der Franzosen mehrere Aufenthalte zwischen Juni und September, während 48 % nur eine einzige Reise vorsahen.

Auch hier bleibt der Haupturlaub wichtig, fällt jedoch etwas kürzer aus und schafft dadurch mehr Raum für weitere Reisen.

Deutschland, Italien und Frankreich zeigen damit unterschiedliche Ausprägungen derselben Entwicklung: Der klassische Haupturlaub verschwindet nicht, doch die Urlaubszeit verteilt sich zunehmend auf mehrere Reisen im Jahr.


Ein Verkehrsmittel, das sich der Reise anpasst

Mit den veränderten Reisegewohnheiten wandelt sich auch die Rolle der Fähre.

Für einen Kurzurlaub ist die Fähre oft die praktischste Verbindung zu einer Insel – etwa nach Elba, Capri, Ischia oder Procida, für ein Wochenende, ein paar Tage Auszeit oder einen Tagestrip.

Bei Reisen nach Sardinien oder Korsika wird die Überfahrt dagegen häufig schon Monate im Voraus geplant. Die ganze Familie reist mit dem Auto, und die Fährfahrt gehört von Anfang an zum Urlaub dazu.

In Nordeuropa wiederum ist sie oft Teil einer längeren Rundreise. Autos, Vans und Wohnmobile werden an Bord genommen, um größere Entfernungen zu überbrücken und die Reise anschließend entlang von Fjorden, Panoramastraßen und weiteren Etappen fortzusetzen.

Gerade diese Vielseitigkeit macht die Fähre zu einem Verkehrsmittel, das sich sehr gut in moderne Reiseformen einfügt.

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